Usingen kurz vorgestellt

Aus der Geschichte Usingens

Usingen, das wahrscheinlich in fränkischer Zeit als befestigter Rastort an einer alten Straßenkreuzung entstand, wurde erstmals im Jahr 802 in Aufzeichnungen des Klosters Fulda erwähnt. Daher feierte die Stadt Usingen im Jahr 2002 ihren 1200sten Geburtstag. 1207 ging der Pfarrort in den Besitz der Grafen von Diez über. 1326 erwarben ihn die Grafen von Nassau, die dort eine Burg errichteten. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte wahrscheinlich bereits im 14.Jh. Seit 1659 residierten in der zum Schloß umgebauten Burg die Grafen und seit 1688 die Fürsten von Nassau-Usingen. Eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte Usingens war Fürst Walrad. Bei der Teilung der nassau-saarbrückischen Länder am 31.03.1659 erhielt der Graf Walrad das Usinger Land. Er regierte 43 Jahre und war ein geachteter Feldherr, unter anderem Generalfeldmarschall der Niederlande unter Wilhelm von Oranien. Das heutige Bild Usingens hat er entscheidend mitgeprägt, da er nach dem Rückgang der Bevölkerung durch den 30-jährigen Krieg und den drei Stadtbränden im 17. Jahrhundert die Hugenotten ansiedelte und die Neustadt anlegen ließ. Zentrum der Neustadt war der heutige "Alte Marktplatz" mit der Hugenottenkirche, in der seit 1993 die Stadtbücherei und das Standesamt beheimatet sind.

Eine weitere Persönlichkeit war der Geigerkönig August Wilhelmj. Ihm wurde das Ehrenbürgerrecht der Stadt Usingen am 31. Mai 1876 anlässlich seines letzten Konzertes in seiner Geburtsstadt Usingen verliehen. Er war hier am 21.09.1845 geboren worden, sein Geburtshaus stand am unteren Ende der Rathausgasse, der heutigen, nach ihm benannten "Wilhelmjstraße". Auf dem Grundstück seines Geburtshauses, auf dem heute ein Bankgebäude steht, erinnert ein Gedenkstein mit Plakette an den bedeutenden Geigerkönig.

Bis 1886 war Usingen Amtssitz und bis 1972 Kreisstadt. Usingen hat seit der Reformationszeit große Bedeutung als Schulstadt, eine Funktion, die auch heute noch besteht.

Usingen ist auch bekannt als Buchfinkenstadt im Buchfinkenland. Das im Jahr 1938 durch Dr. Theo Geisel verfasste Buchfinkenlied beschreibt den Heimatbegriff, das Usinger Land im Hintertaunus, das Buchfinkenland. Das Lied vermittelt Geborgenheit, menschliche Nähe und Wärme. Durch den "Buchfinkenball", die "Buchfinkenmesse" und den "Buchfinkenmarkt" ist der Begriff in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zurückgekehrt.

Geschichtlicher Überblick der Stadtteile

Eschbach:
Das ehemalige Bauerndorf am Nordrande des Usinger Beckens erscheint 1280 in der Grafschaft Cleeberg. Es gehörte bis zur Reformationszeit kirchlich und gerichtlich nach Grävenwiesbach. Seither hat es eine eigene evangelische Pfarrei. Nach mancherlei Wechsel in der Landesherrschaft wurde die große Gemeinde 1596 nassauisch. Oberhalb des wachsenden Stadtteiles ragt der Buchsteinfelsen (Eschbacher Klippen) als weithin sichtbares Ausflugsziel.

Kransberg:
Dieser Stadtteil war schon vor 1221 Burgsitz der Familie von "Craixperc", die in der Wetterau eine recht bedeutende Rolle spielte. 1310 begann jedoch ein dauernder Herrschaftswechsel. Die letzten Besitzer dieses Hauptortes des Amtes Kransberg waren die Grafen von Waldbott-Bassenheim (1654), als 1806 dieser verwiegend katholisch gebliebene Teil des Usinger Landes an Nassau fiel. 1814 brannte Kransberg fast ganz ab. Manche Einwohner bauten sich an der Stelle des ausgegangenen Dorfes Oberholzburg neu an und nannten ihre Siedlung Friedrichsthal, die heute ein Ortsteil der Großgemeinde Wehrheim ist.

Merzhausen:
Der westlichste Teil des heutigen Usingen auf dem Höhenrücken zwischen Usinger Becken und Weiltal erscheint 1293 in der Geschichte. Es war Gerichts- und Kirchspielort des Stockheimer Gerichts. Im Jahre 1669 erwarb Graf Walrad von Nassau-Saarbrücken diesen Teil des Usinger Landes. Auf der früheren Viehweide des ehemaligen Bauerndorfes an der alten Straße vom Rhein zur Wetterau stehen seit 1953 die Türme und der Parabolspiegel der Sendestelle Usingen. Als Zeichen vergangener Gerichtsherrlichkeit ist das um 1530 erbaute schöne Fachwerkrathaus in der Ortsmitte anzusehen.

Michelbach:
Das kleine Michelbach am äußersten Nordrand des Usinger Beckens nicht weit von der Quelle des namengebenden Baches wird wie Eschbach 1280 zum ersten Male erwähnt. Im 15. Jahrhundert dürfte es wüst geworden sein. Um 1700 entstand der Ort neu mit zwölf Ansiedlerfamilien. Kirchlich gehört das ehemalige Dörfchen bis heute zu Eschbach und hatte wie dieses Anteil an der Hundstadter Waldmark, besaß aber einen eigenen Jägerhof. Die frühere Volksschule dient heute als Dorfgemeinschaftshaus.

Wernborn:
Schon 1191 erscheint der Ort als "Berenbrunne". Er machte alle Veränderungen der Herrschaft Kransberg mit. Seinen Waldbesitz hatte er in der Mörler Mark. Wernborn pfarrte wie alle Dörfer dieses Bereichs ursprünglich zur Kirche in Holzburg, die heute längst verschwunden ist. Fast ein Jahrhundert lang wurde in Wernborn lutherisch gepredigt. Das aus Teilen der alten Holzkirche 1597 erbaute Gotteshaus wurde im vorigen Jahrhundert durch den jetzigen Bau ersetzt. Von 1724 bis in unsere Zeit hatte der große Usinger Stadtteil eine eigene Schule. Heute wächst der Ort am Unterlaufe des Michelbachs stetig.

Wilhelmsdorf:
1280 wird an der Stelle des heutigen Stadtteils an der Limburger Staße der Ort "Hunengesess" erwähnt. Er dürfte im 15. Jahrhundert verschwunden sein. 1685 ließ dort Graf Walrad einen Jagdhof inmitten eines großen Reviers anlegen. Fürst Wilhelm Heinrich, sein Sohn, siedelte 1707 zehn Familien in dem nach ihm benannten Dorf an der Laubachquelle an. Es pfarrt seitdem zur Kirche Merzhausen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist es durch Heimatvertriebene stark gewachsen.

 

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